Harleys Trost

Es hat lange gedauert, bis ich mich überwinden konnte diesen Beitrag zu veröffentlichen. Ist er für mich doch sehr emotional und sehr persönlich. Aber da dies meine Beziehung zu Harley so schön zeigt, finde ich, dass es halt doch in dieses Tagebuch gehört.

Letztens musste ich eine persönliche Niederlage einstecken. Am liebsten wäre ich danach nach Hause gefahren und hätte mich weinend im Bett verkrochen. Aber am Abend war noch ein Firmenevent angesagt. Dementsprechend kam Kopf in den Sand setzen nicht in Frage. Als ich dann endlich zu Hause war, war ich gefühlstechnisch so abgestumptf, dass keine Tränen flossen. Ausgelaugt legte ich mich ins Bett und schlief zum Glück wie eine Tote.

Am Samstagmorgen hatte ich um 07.00 mit Helen beim Stall abgemacht. Wir wollten nach Zürich an die Expo Horse Messe. Ich freute mich aufs Frustshoppen und einen Tag mit einer guten Freundin. Ich war extra ein bisschen früher in Trimstein, weil ich noch kurz bei Harley vorbei schauen wollte.

Als ich um die Ecke bog, sah ich, dass er noch im Zelt schlief. Leise sprach ich ihn an und ging mit langsamen Bewegungen zu ihm um ihn nicht aufzuschrecken. Erstaunlicherweise liess er es zu, dass ich ihn kraulen konnte und er blieb liegen. Das war dann zu viel für mich und alle Dämme brachen. So stand ich schluchzend neben meinem Pferd. Und was tat er? Er stand auf und strich mir mit den Nüstern sanft über die nassen Wangen. Als ob er sagen wollte: Ich bin hier und es wird alles gut.

Ich viel ihm um den Hals und er knabbere sanft an meinem Rücken. Nach ein paar Minuten konnte ich mich wieder beruhigen und er fing an Faxen zu machen. Er schüttelte den Kopf mit heraushängender Zunge bis ich zu kichern begann. Da erst hörte er auf den Clown zu spielen. Harley weiss immer genau was ich gerade brauche. Wie ich dieses Pferd liebe!


Zum Bild: Faxen machen, dass kann er:-).